Evangelische Kirchengemeinde Bovenden

Zusammenschluss von Reformierten und Lutheranern

Seit 1971 lebt die Evangelische Gemeinde Bovenden mit dem "Bovender Modell". Es schließt Reformierte und Lutheraner auf der Grundlage eines Vertrags in der Gemeinde zusammen. Das bedeutet, dass die Evangelische Kirchengemeinde Bovenden zwar rechtlich nach der Ordnung der Ev. - reformierten Kirche arbeitet, die Ev.-luth. Landeskirche Hannover dazu einen lutherischen Pfarrer entsendet. Dieses Modell gibt es außerdem in Angerstein, Eddigehausen und Reyershausen.

Der Grund für den Zusammenschluß liegt in der Geschichte: Der Verlauf der Reformation prägte die Herrschaft Plesse in besonderer Weise. Zunächst lutherisch, wurden 1610 durch den Konfessionswechsel des Landesherrn - des Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel - in den Plessegemeinden das reformierte Bekenntnis eingeführt. Denn es galt damals der Grundsatz: "cuius regio, eius religio" - wer die Herrschaft hat, bestimmt auch die Religion. Die Umgebung blieb lutherisch. Dadurch gerieten die Plessegemeinden in eine Insellage.

Die Plesse-Gemeinden selber machten diesen Wechsel scheinbar ohne große Begeisterung mit, ja, in einigen Gemeinden zeigte sich sogar eine Tendenz, die Besonderheit des Reformierten im lutherischen Umfeld wenig zu betonen. Insgesamt wird man sagen müssen, dass in allen Plesse-Gemeinden bis zur Gegenwart hin ein sehr mildes Reformiertentum vorherrscht.

Nach dem 2. Weltkrieg kamen in Bovenden zahlreiche Neubürger lutherischen Bekenntnisses hinzu. Die Reformierten gerieten immer mehr in die Minderheit. Heute sind rund 70% der Gemeindeglieder Lutheraner.

Ausführlichere Informationen zu den Plesse-Gemeinden finden sich auf den Seiten der Landeskirche.